Montag, 2. Juni 2014

Goldene Zeiten am Geburtsort des Bikinis

Die Gold Coast ist nicht nur die sechstgrößte Stadt Australiens und die zweitgrößte von Queensland, hier wurde mit der Erfindung des Bikinis auch Modegeschichte geschrieben.“ 

Und genau da durfte ich mein Wochenende verbringen. Genauer gesagt in Coolangatta. Das ist ein kleiner Küstenort an der Gold Coast, dessen Name mir fast die Zunge bricht, wenn ich versuche ihn so lässig klingend auszusprechen, wie diese Australier es können.

Es gerade Winter in Australien, aber Queensland, der Sonnenstaat Australiens, hielt wie immer was es verspricht. Wunderbare laue Temperaturen, gepaart mit den schönsten Stränden und Küstenlandschaften, die ich je gesehen habe.
Da ich am Donnerstag erstmal runter nach Victoria fliegen werde, haben wir uns zum Abschluss ein wunderbares Apartment in einen der vielen Wolkenkratzer an der Gold Coast gegönnt. Drei Tage und zwei Nächte in diesem Traum. Allein das Apartment war der Knaller. Im 13. Stock, über 100 qm, zwei Badezimmer und eine phänomenale Aussicht auf den Ozean, direkt aus dem Bett heraus oder auch wahlweise vom eigenen Balkon.

Schlafzimmer

Das Apartment

Zwei von diesen Bädern

Aussicht vom Apartment
Ich habe es genossen die Strände entlang zu schlendern, viele sind weltberühmt durch unzählige Surfmeisterschaften, die hier ausgetragen werden. Es ist erstaunlich zu sehen, wie die vielen Surfer geschickt an den scharfen Felsen vorbei gleiten und schon die Kleinsten so sicher auf ihrem Bord stehen, als wenn sie nie was anderes gemacht haben. Ich kann stundenlang zuschauen. 
Einfach zum eintauchen
Wunderschöne Strände
Panorama
Dann die Wellen. Diese Wellen sind so wundervoll. Zeit und Raum sind vergessen und ich kann einfach nur gedankenlos sein. Ein wunderbarer Luxus und ich glaube, dass ist der Grund wieso die Menschen, die am Wasser leben so glücklich aussehen. Der Ozean gibt jedem von uns einfach ein unvergleichbares Gefühl. Ich glaube jeder findet etwas anderes hier, aber jedem gefällt es auf seine Art und Weise. Ich habe jede Sekunde genossen.

Und auch kulinarisch konnte ich meinen Horizont ein wenig erweitern. So hatte ich das Vergnügen unzählige kleine Baby Tintenfische auf meiner Seefood-Tapas Platte zu finden. Die sahen mal so ganz und gar nicht appetitlich aus mit ihren kleinen Köpfen und den ganzen Tentakeln

Tintenfiiiiiiiiiiiiiiiiisch
Was ein Dinner!
Aber ich habe mich getraut und was soll ich sagen?! Grandios! Unglaublich lecker und ich kann es nur weiter empfehlen. Augen zu und durch, hier im wahrsten Sinne des Wortes. Und dazu ein käsetropfendes Knoblauch Baguette. Oh mein Gott…. Geschmacksorgasmus garantiert. Mir läuft schon wieder das Wasser im Munde zusammen. Deshalb höre ich nun auch auf und werde mich meiner selbstgemachten Blumenkohl-Boden-Pizza widmen. Yummy. 

Ach ja, eines noch! Wir hatten Glück in eine Oldtimer Ausstellung zu geraten. Das hat unglaublich Spaß gemacht und ich konnte auch mein Traumauto finden, oder meine beiden Traumautos.
Ein Bulliiiiii
Ein Lila Traum!!!!
Danke für die wunderschöne Zeit!

Montag, 19. Mai 2014

Über den Wolken oder auch die fliegende Sardinendose

Mein Kopf ist wie in Watte eingepackt. Ich kann mich nicht richtig konzentrieren und fühle mich irgendwie mehr wie ein Zombie, als ein richtiger Mensch. Diese Auswirkung haben Langstreckenflüge immer auf mich. Fliegen ist zwar die schnellste Möglichkeit hin und her zu kommen, aber leider wahrlich nicht die komfortabelste für mich. 

Da ist das Ding

Erstmal beginnt es damit, dass ich Flugzeuge eigentlich nicht sonderlich mag. Ich fühle mich ein Stück weit hilflos und irgendwie ausgeliefert. Dann bete ich mir immer zig Statistiken runter und beruhige mich damit, dass im Straßenverkehr doch viel mehr passiert, als in einem Flugzeug. Aber ich kann mir nicht helfen, sobald es anfängt zu wackeln und zu wubbeln und dann auch noch das „Bitte Anschnallen“-Zeichen aufleuchtet, macht sich ein ungutes Gefühl in der Magengegend breit. Ich kann das ziemlich gut verdrängen und mich gut runterbringen, bisher ohne auf die Einnahme von Medikamenten oder Alkohol zurückgreifen zu müssen.

Aber da ist noch was anderes was mich am Fliegen stört. Es ist so wahnsinnig unbequem. Ich weiß nicht welcher Ingenieur diese Sitze designt hat. Wenn man nicht gerade den Luxus hat und Business Class fliegen kann, dann sitzt man dicht an dicht, wie die Sardinen in der Dose. Sobald dann der Vordermann noch den Sitz zurückstellt, kann man sich dann auch gar nicht mehr bewegen. Ich weiß gar nicht, wie Leute, die größer als ich sind, das lösen. Ich meine, ich bin ja nun wahrlich nicht die Größte mit meinen knappen 170cm. 

Langstreckenflüge sind was ganz besonders Schönes. Zwar gibt sich die Crew alle Mühe die Passagiere mit regelmäßigen Snacks in flüssiger und fester Form sowie kompletten Mahlzeiten zu unterhalten. Und auch das Board Programm bietet unzählige Filme, Musik, Spiele und sonstige Dinge an. Mein Problem ist leider nur, dass ich einfach nicht lange da sitzen kann. Ich fühle mich, als säße ich auf einem harten Brett. Mein Rücken fängt an wehzutun und meine Beine zwicken. Ich versuche mich dann mit allen erreichbaren Kissen in eine bessere Position zu bringen. Das funktioniert meistens nur so mittelmäßig. Die Kissen im Flugzeug sind ein wenig größer als eine Briefmarke und deshalb brauch man mehrere von ihnen, um damit etwas bewirken zu können. Dann kommt ja auch noch die wunderbare Klimaanlage dazu. Die ist in einem Flugzeug grundsätzlich auf gefühlte -32 Grad eingestellt und friert jegliche Hautpartien, die man ihr unbedeckt ausliefert, kompromisslos ein. Weshalb ich niemals ohne Schal und (seit diesem Flug) auch nicht mehr ohne Mütze fliegen werde. Es gibt zwar Decken, die auf jedem Platz liegen, aber wer schon mal eine Flugzeugdecke in der Hand hatte weiß, dass man sich wohl oder übel entscheiden muss, ob man einen warmen Ober- oder Unterkörper bevorzugt. Für beides reicht die Größe nämlich niemals nicht. Ich warte immer ab, bis das Boarding beendet ist und klaue mir dann von allen leeren Sitzmöglichkeiten in meiner Nähe genügend Decken und Kissen zusammen. Falls nichts leer ist, müssen die Stewards was springen lassen. Ich friere doch nicht 12 Stunden. 
Ich nutze die Zeit zwischen den Flügen aus...
Dann gibt es da noch so ein seltsames Phänomen für mich: Die Nackenrolle. Diese Nackenrolle ist ein Hörnchen-förmiges Kissen, das man sich um den Nacken legen kann. Es gibt sie mittlerweile in allen Größen und Formen, mit den unterschiedlichsten Füllungen und Stoffbezügen. Jeder hat solch ein Kissen und falls man es mal vergisst, kann man es am Flughafen für lappische 30-50 Dollar erwerben. Meine Frage ist nur: Wieso zum Kuckuck brauch man das? Ich weiß nicht, ob ich was falsch mache, aber ich bekomme mit dem Ding nur das Gefühl, dass ich an einer Halsstarre leide. Ich kann meinen Kopf nicht mehr richtig bewegen und hänge irgendwie mit meinem halben Rücken in der Luft, weil das Ding am Hals so viel Platz wegnimmt, dass es gefühlte Meter zwischen mir und dem Sitz bringt. Wo soll das denn bitte bequem sein? Ich besitze nun ein Ding, das ich aufblasen kann, so kann ich kontrollieren, wie dick das Teil ist und wie starr mein Hals sein soll. Bringen tut es mir irgendwie trotzdem nichts. Ich bevorzuge ein richtiges Kissen. 

Wenn man es sich also dann mit seinen Kissen und Decken irgendwann mal bequem gemacht hat, dann versucht man also zu schlafen. Von Australien nach Deutschland ist man mal ganz schnell über 25 Stunden unterwegs. Da wäre ein wenig Schlaf ja ganz nett. Allerdings funktioniert das bei mir nicht, sobald ich meine wilden Fluggedanken gebändigt habe und in die Traumwelt huschen will, rempelt mich jemand an, muss jemand an meinem Sitz vorbei zur Toilette, stupsen mich die Stewards fragend an oder es fängt irgendwo ein Kind an zu schreien. Dann bemerke ich leider immer, dass ich doch nicht so bequem sitzliege und muss wieder alles von vorne hin und her verschieben um die bestmöglichste der unbequemen Positionen herauszufinden. Es ist ein Teufelskreis. Und je müder ich werde, desto wirrer werden meine Gedanken. Ich habe vorhin noch mit dem Gedanken gespielt, diese mal aufzuschreiben, aber dann könnte ich ja noch weniger schlafen...! Außerdem weiß ich nicht, ob ich das veröffentlichen will.

Diesmal bin ich übrigens über Finnland geflogen. Mein erster Besuch hier im Flughafen hat sich eher angefühlt wie ein Kurzurlaub im Hochsicherheitsgefängnis. Die finnischen Grenzkontrollen übertrafen alles was ich bisher erlebt habe. Mit meiner fast leeren Zahnpastatube konnte ich mühelos in Australien und Singapur passieren, in Finnland wurde ich damit rausgefischt und durfte mich einer Ganzkörperkontrolle hingeben. Und das habe ich intensiver noch nicht erlebt. Die gute Dame hat wirklich alles abgetastet. Hosenbündchen, T-Shirt-Saum, Haare, Schuhe und sämtliche andere Bereiche. Ich meine ist ja gut so, aber ich war nur etwas erstaunt. Ich wollte ja lediglich von dem einen Flugzeug in das Andere springen. Dafür musste ich neben dem Ganzkörperscheck auch noch drei Mal meine Boardkarte und zwei Mal meinen Pass checken lassen. Um mich dann mit 50 Geschäftsmännern im eisig kalten Helsinki in einem Bus pferchen zu lassen und zu einer kleinen Maschine gebracht zu werden, die lediglich Zwei-und-Zwei Sitze nebeneinander hat. Ich bekam dann auch noch direkt den Sitz hinter den 8 Plätzen Businessklasse und konnte das wunderbare Essen riechen, dass wir Normalsterblichen Passagiere nicht bekommen. 

Aber ach was solls. Irgendwie mag ich es auch. Die Vorfreude macht alles dicke wieder wett und ein wenig Zombie spielen, hat ja auch was für sich. Zudem kommt, dass Flughäfen meistens wie riesig große Abenteuer Spielplätze für Erwachsene sind. Unzählige Shopping, Essens, Wellness, Entertainment und Sportmöglichkeiten übertreffen sich gegenseitig und machen dir die Zeit bis zum Einstieg in die nächste Sardinenbüchse so wundervoll wie möglich. Gerade in Singapur habe ich es mir diesmal gutgehen lassen können. Butterflygarten und Massagesitze inklusive. 
Massage für umsonst!

Montag, 5. Mai 2014

Mit Hells Bells eingelocht

Da meine Zeit in Deutschland sich langsam aber sich dem Ende zuneigt, wollte ich doch gerne noch mal einen Tag mit meinem Vater verbringen. Da dieser allerdings sehr beschäftigt ist, ist es das schlauste ihm im Büro aufzulauern oder dann doch direkt bei seinem liebsten Lieblingshobby mitzumachen: Golfen. 

Und passenderweise stand da auch was ganz besonderes auf dem Zettel:
Das Pro AM Turnier vom Golfclub St. Pauli e.V.! 
GC Sankt Pauli - der etwas andere Golfclub
Bei einem Pro AM Turnier spielen übrigens Amateure gemeinsam mit den Profis. (Also die Normalsterblichen mit Handicap und die professionellen Golfer, die damit ihr Geld verdienen) Eine wunderbare Kombination, die nicht nur den Amateuren viele neue und wunderbare Erfahrungen beschert. Und wann hat man schon mal die Möglichkeit mit einem Profi die Schläger zu kreuzen. 
 
Soviele Zuschauer auf dem Platz

Nochmal hervorzuheben ist die Tatsache, dass dieses Turnier vom GC St. Pauli ausgerichtet wurde. Wenn es sonst gerne mal totenstill am Abschlag zu sein hat, dröhnte nun in voller Lautstärke ACDC, Metallica oder auch die Bloodhound Gang über den Platz. Es waren an den verschiedensten Stellen Boxen aufgebaut und es herrschte eine lockerere und angenehme Atmosphäre. Da ich noch kein Golf spiele, habe ich mich einfach mal als Mitläufer angeschlossen und alles beobachtet. Ich kann nur sagen LOHNENSWERT! Viele interessante Menschen, ein Platz der einen in Urlaubsstimmung versetzt, wortgewandte Organisatoren und ein Hauch vom ganz eigenen St. Pauli Flair, wehte durch die Luft.
Der St. Pauli Truck - Ein Shop to Drive
Der DJ Caravan - direkt am Platz
Andrang beim Finale der Pro´s
Unterstützt durch diverse Astra Rotlicht Stopps und Golfkarren, die mit Bierfässern ausgestattet waren, verstand ich auch plötzlich wieso ich der Fahrer war.
Verpflegung war gewährleistet
Es gab sogar Fassbier an einigen Löchern...
Es war mein erstes Golfturnier an dem ich so teilgenommen habe und es wird hoffentlich nicht das Letzte sein. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, die mir sonst niemals über den Weg gelaufen wären. Ich habe viel gelacht und bin zudem noch 6 Stunden über Rasen gelaufen, ohne es wirklich zu merken. 
Papa trug das richtige Shirt ...
... Für seine Sandspiele!
Ich bin völlig begeistert von dem Golfclub St. Pauli und was dieser recht „kleine“ Verein seit 2006 schon auf die Beine gestellt hat. Und auch diese Turnierkombination mit Amateuren und Profis fand ich klasse. Irgendwann will ich allerdings bei diesen Turnieren nicht nur Mitläufer sein, sondern mal meinen eigenen Schwung finden. 
 
Die neue Mütze im St. Pauli Stil ! Großartig!

Ich freu mich jetzt schon auf das nächste Mal. Papa, es war ein toller Tag!