Freitag, 13. September 2013

Fraser Island: Ein Traum auf Sand

Wahnsinn. Wir sind gerade zurück von dem Trip unseres Lebens. 3 Tage und 2 Nächte auf der größten Sandinsel der Welt. Es war wunderbar und einfach nur unvergleichlich.

Wir haben hier bei PeterPan (ein Reiseveranstalter für Backpacker) die Tour gebucht und sind am Mittwochmorgen mit vier 4-Wheel-Driving-Cars gestartet. In jedem dieser wunderbaren Ungetüme können rund 8 Personen Platz finden. Rena und ich waren mit 5 anderen Leuten in einem Auto. Wir bekamen Verpflegung für die nächsten drei Tage und einen riesigen Kanister mit Wasser. Einen Tour-Tour Guide im Gepäck (ein unglaublich herrlich Klischeeerfüllender, blonder, langhaariger, bärtiger Australier, der das Hauptauto fuhr). Jeder hatte seinen Rucksack und einen Schlafsack und ab ging die Post. Mit der Fähre auf nach Fraser Island.


Es ist gigantisch. Jeder der Autofahren liebt, vor allem Off-Road-Pisten und Autos mit Allradantrieb würde vor Neid erblassen. Diese Insel ist ein einziger Sandhaufen. Wunderschön und wild. Natur Pur. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. 

Unsere Gruppe im Auto war der Knaller. Rena und ich waren die einzigen Deutschen, ein Mädel aus Belgien, zwei Engländer, eine Irin und ein Brasilianer. Wir verstanden uns alle auf Anhieb gut und beschlossen einstimmig, dass wir mit Abstand die coolste Truppe sind. Es war vor allem wunderbar, dass alle nicht so jung waren (21-27 Jahre). Wir fuhren uns am Anfang am Strand ein, was schon schwierig genug war, bei diesen Sandverhältnissen. Ich hätte nicht gedacht, dass es für ein Auto überhaupt möglich ist in solchen Verhältnissen vorwärts zu kommen. Wir waren auch das erste Auto, das stecken geblieben ist. Ich bin nicht gefahren zu der Zeit… Aber mit ein paar Anweisungen von unserem Guide und ein wenig Körperkraft haben wir das Ganze gut gewuppt. 

Wir fuhren zu wunderbaren Seen, mit dem klarsten Wasser, was ich jemals gesehen habe. Wir schwammen in Flüssen mit dem weißesten Sand und ich sah Tiere. Ihr könnt euch das nicht vorstellen!!! Auf Fraser sollte man nämlich nicht ins Meer gehen, weil bereits auf Hüfthöhe Haie schwimmen. Und das tun sie wirklich. Ein Wahnsinn, wenn du am Ufer stehst und 15 Meter weiter eines dieser gigantischen Wesen seine Kreise zieht! Wir sahen Teufelsrochen, Wale, Delphine und Haie. Schildkröten, gigantische Spinnen oder auch Adler. Dingos, die auf Fraser Island wirklich gefährlich werden können, sahen wir auch viele. 

Wir schliefen in einer Zeltstadt, die von einem zwei Meter hohen Zaun umgeben war. Wir konnten nur mit Dingostöckern zum Strand laufen in der Nacht und auch nur in Gruppen von mehreren Personen! Und nachts zum Strand laufen lohnt sich verdammt nochmal! Wenn man erstmal eine Gruppe von ca. 25 betrunkenen, grölenden Backpackern dazu gebracht hat ihre Taschenlampen auszuschalten und ruhig zu sein, dann bietet sich einem ein Wahnsinns Ausblick! Sterne! Ich habe noch niemals in meinem ganzen Leben so viele Sterne gesehen. Der Atem stockte mir. Ich hätte stundenlang da stehen können und die Sterne angucken können. Es ist gigantisch. Und der Sand! Der Sand leuchtet!!! Du streifst mit dem Fuß über den Sand und es schimmert und leuchtet im dunkeln (Phosphor). Es ist gigantisch. Ihr merkt, ich bin einfach wahnsinnig begeistert.  Diese Kombination aus der wilden Natur, einem Haufen wunderbarer Menschen und dieser Insel ist unbeschreiblich! Eines der besten Erlebnisse in meinem Leben! 

Heute zum Abschluss waren wir noch mal am Lake McKenzie. Ein wunderbarer klarer See mit weißem Sand! (Wie gesagt, im Meer kannst du nicht baden auf Fraser) Wir machten ein Ganzkörper-Peeling (inklusive Zähne) mit diesem wunderbaren Sand und das kalte Wasser war auch wunderbar gegen den Kater, der Goon (der billigste Wein, den man sich vorstellen kann…) und 4 Stunden Schlaf hinterlassen hatten. Jederzeit wieder! 

Ich finde einfach nicht die richtigen Worte für dieses Erlebnis. Ich lade einfach mal ein paar Bilder hoch. Wahnsinn. Ich lebe und ich spüre es, mit jeder Faser!



Unsere Kolonne!
Lake McKenzie

Wundervoller Trip

Unsere Gruppe im Lead-Car

Fotoshooting bei Nacht - am Strand! Ein Hoch auf den Selbstauslöser


Champain Bay - Natürliche Pool

Indian Head - Haie, Deplphine, Rochen und Schildkröten auf einem Haufen

Guckt euch diese Farben an!!!! Türkises Wasser!

Selbstverpflegung

Lake Wabby - Mittem im Wald, eine riesige Düne daneben! Ein Traum

Sicherheit wird hier großgeschrieben :D

Unser Camp!

Meer. Wunderschön und doch so gefährlich!

Auch das Wetter war mit rund 32 Grad wundervoll!

Entspannung Pur!

Unsere Gruppe - vor unserem Auto

Montag, 9. September 2013

Am Ende des Regenbogens: Rainbow Beach

Unser Trip geht weiter. Wir haben vier Nächte hintereinander bei Couchsurfern geschlafen. Das war großartig und immer wieder eine Erfahrung wert. Ich habe meine anfänglichen Zweifel mittlerweile völlig verloren. Das heißt nicht, dass ich naiv bin oder leichtsinnig, aber ich bin einfach offener und relaxter geworden. Es muss nicht jeder böse Gedanken haben, der einem sein Reich offenbart. Und zur Not haben wir immer noch Paul. Wir können jederzeit wegfahren.

Unser erster Stopp war direkt in Noosa bei Troy. Ich berichtete schon im Blogeintrag davor, dass wir in der ersten Nacht, das komplette Apartment für uns alleine hatten, da er arbeiten musste. In der zweiten Nacht haben wir dann schönes Chicken-Schnitzel mit Bratkartoffeln gemacht und einen fantastischen Nachtisch (Britta, dass wäre wohl was für dich). Wir haben Oreo-Cheese-Bällchen gezaubert! Einfach eine Packung Oreo-Kekse zermalmen, mit Frischkäse zusammen mischen und kleine Kugeln formen. Mit geschmolzener Schokolade übergießen oder alternativ in Kakaopulver rollen und in den Gefrierschrank. Schwups. Fertig und eine unwiderstehliche Sünde. Troy hat uns noch Geschenke von seiner Arbeit mitgebracht und es war ein toller Abend mit interessanten Diskussionen. 
Unsere neuen Mützen - Masterhire!
Am Donnerstag sind wir dann zu einem anderen Couchsurfer gefahren, bei denen schon Freunde von mir genächtigt haben. Dieser Couchsurfer ist seit 6 (!) Monaten auf einer speziellen Frucht-und-Gemüsediät (80-10-10) und trainiert akribisch für einen Triathlon. Es war eine ganz neue Erfahrung und du hattest direkt ein schlechtes Gewissen, wenn du auch nur an fettiges Essen gedacht hast. Auch er war wirklich nett und offen und hat uns mit seinem Haus nicht nur eine Unterkunft, sondern auch ein Stück Zuhause gegeben. Hier konnten wir an einsamen Stränden relaxen und so richtig Bräune und Energie tanken. 

Am Samstag sind wir dann weiter nach Eumundi. Hier ist einer der schönsten und größten Märkte der Ostküste präsent. Wahnsinn, was es hier alles gab. Rena und ich konnten uns gar nicht sattsehen, an den verschiedenen Kunstausstellungen, Klamottenständen, Essens und Schmuckständen und so weiter und sofort. Wir verbrachten ganzen Vormittag auf dem Markt und ließen die Seele baumeln. Verrückterweise konnten wir uns sogar soweit beherrschen, dass wir nichts kauften, außer etwas für das leibliche Wohl.

Anschließend ging es weiter nach Rainbow Beach. Das ist ein klitzekleines Nest mit einer gefühlten Handvoll Einheimischer und 7.000 4 Wheel-Driving-Cars. Dieses Nest war noch nicht mal mit Navi zu finden und nachdem wir gefühlte Stunden durch einsame Wälder gefahren sind, waren wir endlich da. An einer der schönsten Küsten, die ich je sah. Und natürlich nicht zu vergessen: Einen der zwei Tore zu Fraser Island. Aber dazu kommen wir später. Nicht mal Handyempfang gibt es hier. Ich kann hier Gott sei Dank einen W-LAN Zugang nutzen. Dazu muss ich mich allerdings mitten in die Hostelbar setzen. So sitzen wir hier gerade und schreiben unsere Erlebnisse auf. Wir schlafen hier übrigens für 10 Dollar pro Person in Paul auf dem Hostelparkplatz. Eine Nacht im Hostel würde pro Person 24 Dollar kosten und Paul ist bequemer als diese metallenen Hostelbettgestelle mit Plastik-Bettlaken. Und einfach an den Straßenrandstellen ist in diesem Nest schwierig, denn hier patrouilliert ein emsiger Security.
Ein einsamer Zipfel: Rainbow Beach
Rena und ich besuchten hier erstmal einen wunderbaren großen Haufen Sand mit Namen „Carlo Sandblow“. Eine atemberaubende Düne, die vor allem bei Fallschirmspringern und Paraglidern ein beliebtes Ziel ist. (Und bevor nun Fragen kommen: NEIN!!! Wir planen keine Sprünge aus Höhen oder in besondere Tiefen!!!) Wir haben dieses Ding zu Fuß erkundet, was für unsere Waden eine besondere Herausforderung war. 
Springfotos - Das üben wir nochmal :)

Wahnsinns Ausblick
Ansonsten haben wir hier schnell neue Freunde gefunden, wir zum Beispiel Dan vom TravelDesk. Bei ihm saßen wir gestern den ganzen Vormittag und er sprudelte uns sämtliche Optionen vor, die wir für unseren Trip noch haben. Unsere Köpfe schwirrten und wir entschieden uns erstmal für einen 3- Tages/ 2-Nächte Trip zu Fraser Island (der morgen Früh beginnt!!!)  und eine Whale-Watching Tour mit einem Katamaran, die am Samstag stattfindet. Ich freu mich auf beides schon wahnsinnig. 

Verena ist auch einfach fantastisch. Es ist so, als haben wir das schon zig Mal gemacht. Wir verstehen uns blind. Sind beide wunderbar planlos und spontan und bisher gab es noch keinerlei Diskussionen. Der Knaller einfach. Wir leben den Traum, das wird uns immer mehr klar. Seid nicht neidisch. Jeder kann das tun. Ich hätte vor einem Jahr auch noch nicht gedacht, dass ich nun hier sitze. Lebe das Leben. Endlich verstehe ich, was gemeint ist. Yeeeeehaw! 
Kochen mit einfachen Mitteln!

Mittwoch, 4. September 2013

Road Trip mit „Rena“

Seit dem 29. September bin ich nicht länger alleine unterwegs. Verena begleitet mich für zauberhafte 6 Wochen auf meinem Australien Abenteuer! Ein Stück Heimat, ganz nah bei mir! Wunderbar!

Ich zeigte ihr die ersten drei Tage Brisbane. Eine Stadt, die ein wunderbares Flair versprüht und in der ich mittlerweile viele tolle Freunde gefunden habe. So war auch unser Wochenende gestaltet. Eine Feier nach der anderen und viele Treffen und Verabschiedungen. Wir merkten ziemlich schnell, dass der Name „VERENA“ ein unlösliches Hindernis für die englisch-sprachige Bevölkerung darstellt und entschlossen uns kurzerhand, sie nur noch als Rena vorzustellen! Das klappt ganz großartig und „Sina und Rena“ klingt doch auch passend. Wir konnten diese Tage übrigens wir lau bei einer Freundin schlafen. Auch wundervoll!

Nach einem wunderbaren Partywochenende in Brisbane verließen wir am Montag den 2. September dann die bekannten Gefilde und stürzten uns in den Road Trip auf von Brisbane nach Cairns !!! Wunderbar sage ich euch. Unser erster Stopp war das Lone Pine Koala Sanctuary, wo Rena und ich einige der bekannten Tierarten näher kennenlernen konnten. 


 
Danach düsten wir 120 km weiter in ein Örtchen namens Mooloolaba und dort verbrachten wir unsere erste Nacht in meinem Paul! Wir parkten direkt neben dem Strand und hätten im Sound der Wellen einschlafen können. Ich schreibe hätten, weil wir beiden Doofnasen uns direkt neben eine Straßenlaterne geparkt haben und so im Spottlight lagen! Die ganze Nacht, aber nun gut. Man lernt dazu. Das wird uns nächstes Mal nicht mehr passieren.
Unser Schlafplatz in Mooloolaba
Wir machten uns am nächsten Tag auf den Weg nach Noosa Heads. Ein wundervoller Flecken an der Sunshine Coast. Ein tolles Nachtleben, junge und alte Leute und eine großartige Shoppingmeile (nur gucken… ich weiß) sind hier zu finden. Die Gegend ist traumhaft und es ist ein richtiges Urlaubsfeeling. Wir fanden auch direkt einen Couchsurfer hier, der uns ein Dach über den Kopf bot. Und wie wir rausfanden, noch viel mehr! Als wir ankamen, drückte er uns seinen Schlüssel in die Hand, sagte er müsse Arbeiten und wäre erst in ca. 24 Stunden wieder da. Bis dahin können wir es uns gut gehen lassen. Ich bin immer noch überrascht von so viel Vertrauen und Nettigkeit, aber wir ließen es uns gutgehen. Wir konnten kochen und einen schönen Abend in unserem eigenen Apartment verbringen. Der Knaller. 
Noosa - Ein Traum!
Heute sind wir nach einem wunderbaren Frühstück zu einer knapp 10km langen Wanderung aufgebrochen. Hört sich im ersten Moment nach einer Strecke an, die absolut machbar ist, allerdings haben wir nicht damit gerechnet, dass neben Bergen und steinigen Wegen, auch noch Schlangen, Spinnen oder Eidechsen Behinderungen sein können. Und so kam es wie es kommen musste. Verena und ich sahen unsere erste Schlange! Eine lebendige, dunkel grüne Schlange, die sich direkt an uns vorbei schlängelte. Ich hatte das Gefühl, die Schlange hatte mehr Angst vor uns, aber wir waren trotzdem ein wenig geschockt und bemühten uns danach schleunigst diesen Berg wieder runter zu kommen… Genug Abenteuer für einen Tag!

Heute Abend werden wir nur noch für unseren Couchsurfermann kochen und ins Bett fallen. Dann entscheiden wir morgen spontan, wo die Reise hingehen soll. Vielleicht Delphine füttern oder ein Trip nach Fraser Island? Man weiß es nicht. Wir leben es, wie es kommt.