Donnerstag, 8. August 2013

Haarige Angelegenheiten

In Australien erlebt man unglaublich viele und spannende Dinge, man kann die schönsten Naturschauspiele sehen und die faszinierendsten Tiere treffen. Allerdings muss man sich nebenbei auch um andere Sachen kümmern. Um relativ alltägliche Dinge, wie zum Beispiel seine Haarfrisur. 

Ich war nun seit knapp drei Monaten nicht mehr beim Friseur und das viele baden und die Sonne ist auch nicht gerade förderlich für meine Haare. (Mein Gott, dass klingt so nach Luxusproblemen, dass sogar ich beim Schreiben schon lachen muss.) 
Um beim Thema zu bleiben, ich überlege schon seit längerem hier zum Friseur zu gehen. Leider ist das allerdings, wie auch alles andere, unglaublich teuer. Nachdem aber meine Haarspitzen angefangen haben, sich ständig zu winzigen kleinen, kunstvoll verflochtenen Vogelnestern zusammen zu raufen, habe ich mir einen Termin geben lassen. 
 
Ich saß heute also für eine Stunde auf diesem Friseurstuhl. Ich bekam eine Kopfmassage die wundervoll war und dann begann meine Friseurin in mühevoller Kleinarbeit, so wirkte es jedenfalls auf mich, meine Spitzen zu schneiden. Für alle die es nicht wissen, zum Friseur zu gehen ist für mich seit meiner Prinz Eisenherz-Erfahrung (siehe hier) immer noch ein unglaublicher Graus!!! Und dann noch in einem fremden Land auf einer fremden Sprache zu diskutieren, was ich nun letztendlich will, macht es nicht besser… 
Ich versuchte mich also zu entspannen und den Haarschnitt zu genießen. Sie schnippelte also wirklich sehr liebevoll alles ab und föhnte dann eine endlose Weile meine Haare zu einem wahren Kunstwerk. Alle die schon einmal beim Friseur gewesen sind wissen, dass diese Kunstwerke nur sehr kurzweilig sind… Sie schmierte mir zuletzt noch allerlei Zeug in die Haare. Ihr wisst schon, dieses Wunderzeug für nur 70 Dollar/Euro das die Haare schützt, pflegt und unsterblich macht und natürlich im Friseursalon zu erwerben ist. Anschließend ging es an die Kasse.

Ihr wisst ja, ich bin ein Backpacker und normalerweise versuchen wir mit allerlei kreativen Überlebensmanövern unser Geld beisammen zu halten. Doch Ausnahmen wie Friseurbesuche müssen drin sein, ich bin immerhin auch ein Mädchen. Jedenfalls durfte ich für den Spaß 52 Dollar zahlen. Ohne Farbe. Nur Waschen, Schneiden und Legen. Das ist ein stolzer Preis wie ich finde und macht die Berufswahl hier doch deutlich interessanter. 

Aber nun seid ihr bestimmt schon gespannt. Hier mein Ergebnis. Natürlich mit Vorher & Nachher Fotos!

(Gerade habe ich den Preis von 52 Dollar mal in den Währungsrechner eingegeben und raus kamen 35 Euro, dann geht das ja doch noch. Dann habe ich nichts gesagt. Das ist ja schon fast ein Schnäppchen mit dieser unglaublichen Kopfmassage… ) Falls nun Jemand denkt, dass da nun nicht wirklich der größte Unterschied zwischen den beiden Bildern ist, der hat keine Ahnung. Friseurbesuche muss man ja auch nicht unbedingt sehen, man soll sie spüren... (und das tue ich vor allem in der Geldbörse...).

Dienstag, 6. August 2013

Ein Haus zum teilen: Sharehouse

Entgegen der vorherrschenden Meinung, schlafe ich nun nicht jeden Tag in Paul (auch hier betone ich nochmal, dass es sich um meinem Mitsubishi Magna Wagon handelt), sondern habe mir ein Zimmer in einem Sharehouse gemietet, in Deutschland wohl einfach nur Wohngemeinschaft genannt. 
Ich verbringe noch den gesamten August in Brisbane und hatte das Hostelleben einfach mehr als satt. Ständig mit 7 anderen Menschen das Zimmer zu teilen macht auch keinen Spaß und ich kann euch sagen, man erlebt da nicht nur schöne Sachen. Jedenfalls bekam ich ein unschlagbares Angebot für ein Zimmer in einem Sharehouse. Ein Freund von mir wohnt hier nämlich und er reist für knapp 4 Wochen zu seinen Verwandten nach Deutschland, so hatte ich das Glück, dass ich sein Zimmer einnehmen kann.
Mein Sharehouse in Brisbane - Annerley
Der Garten  mit Feuerstelle
 Wird wohl Zeit, dass ich euch das mal vorstelle. In meinem Sharehouse wohnen außer mir noch drei weitere Menschen. Ein Pärchen (Sie Amerikanerin und er Australier) und ein anderer Typ, der aus Neuseeland kommt. Es ist also eine gemütliche Vier-Mann-WG. Es ist wirklich ein Traum für mich Hostelkind. Ich habe mein eigenes Zimmer, eine wunderbar ausgestattete Küche, einen Garten und eine wunderbar ruhige Zeit! Ich kann in meinem Bett liegen und muss niemanden sehen und sprechen, wenn ich die Tür zu mache. Das Haus liegt nahe an der City und ich kann meinen Paul direkt davor parken.
Die Küche

Wohnzimmer mit unserer Wii

Essecke

Mein Bett :)

Mein Arbeitsplatz ;)

Chrismas in July ...
Ich kümmere mich um die Pflanzen und die Hühner meines Vermieters, was nur so semi klappt, da eins der beiden Hühner schon das zeitliche gesegnet hat. Was allerdings nicht meine Schuld war. Kurz bevor er nach Deutschland reiste, sagte er mir schon, dass es sein könne, dass eins der beiden Hühner das zeitliche segnet. Na ja und so war es dann auch. Ich fand es an einem Morgen unter einem Busch, beerdigte es in der Mülltonne und versuchte das verbliebende Huhn mit Weintrauben aufzuheitern… Ich denke das weiße Huhn ist nun ein wenig einsam, ich gebe mir deshalb besondere Mühe mit ihm und seit drei Tagen kommt immer ein kleiner Nymphensittig angeflogen und leistet ihm Gesellschaft. Das muss reichen für den ersten Trennungsschmerz.
White Chicken & Ich

Das Huhn !
Ich genieße es wirklich hier zu sein und einfach ein paar Wochen Ruhe zu haben. Allerdings juckt es mir schon jetzt wieder in den Fingern, wenn ich an meinen nächsten Roadtrip denke! Auf zu wundervollen Stränden, auf bis nach Cairns :) ....

Montag, 5. August 2013

Typisch Mädchen: ADAC und Waxing-Sessions

Wie ihr wisst, kaufte ich mir ja ein Auto. Und weil ich so clever bin und weiß, dass ich manchmal ein kleiner Schussel bin, meldete ich mich hier auch gleichzeitig beim RACQ an. Die machen hier ungefähr das Gleiche, wie in Deutschland der ADAC. Ich dachte, es könne nicht schaden auf der sicheren Seite zu sein, wenn ich einen Roadtrip mache

Diese Mitgliedschaft machte ich am Sonntag. Das traf sich außergewöhnlich gut, weil ich am Dienstag drauf, ausversehen vergaß mein Licht aus zu machen und als ich dann am Mittwoch mein Auto starten wollte, tat sich nichts. Also mal wirklich gar nichts Die Batterie war leer: 0,0 %.
Ääääähm ja. Typisches Mädchenmißgeschick. Ja, dass dachte ich auch, aber hilft ja nichts, also nicht Kopf in den Sand stecken, sondern Möglichkeit ergreifen und gleich mal meine neue RACQ Mitgliedschaft testen. Schließlich muss sich der Jahresbeitrag von knappen 200 Dollar ja auch rentieren. Jedenfalls kann ich sagen, die haben nicht zu viel versprochen. Sie überbrückten nicht nur mein Auto, sondern erklärten mir noch ein paar Besonderheiten an Paul, zeigten mir worauf ich noch so achten kann und sollte und schwups war alles wieder gut. Ich lud die Batterie dann noch komplett auf, in einer Autowerkstatt und bin nun wieder vollends einsatzbereit. Naja und was soll ich sagen, nochmal werde ich dieses Licht bestimmt nicht vergessen. Außerdem passierte das nur, weil mein Auto kein warnendes Piep-Geräusch von sich gibt, wenn ich den Motor abstelle, aber das Licht noch läuft. Aber genug der Ausreden. Selbst eingebrockt und selber wieder ausgelöffelt.

Das gilt übrigens noch für ein anders Thema. Wir hatten ein Mädelsabend und tratschten so über die typischen Mädchenthemen. Dabei kamen wir auch auf das Thema Waxing. Auf deutsch auch liebevoll Heißwachsbehandlungen genannt. Ich persönlich bin auf diesem Gebiet recht unerfahren und sah auch den Sinn nicht, sich alle paar Wochen dermaßen malträtieren und quälen zu lassen. Aber wie das nun so ist im Leben, manchmal nimmt man den Mund zu voll und manchmal muss man einfach mal was riskieren. So fand ich mich am nächsten Tag in einem dieser niedlichen, vertrauenserweckenden Beauty-Studios wieder, die hier an jeder Ecke aus dem Boden sprießen und machte mir meinen ersten Waxing Termin meines Lebens. (Mir war nicht bewusst, dass es so viele unterschiedliche Methoden, Style und Möglichkeiten gibt, aber nun ja, man lernt ja nie aus.) Ich war ein wenig aufgeregt und es half auch nicht sonderlich, dass meine liebenswerte Mitbewohnerin mir Tipps gab wie „Nimm ein paar Schmerztablette vorher“, „Kauf dir auf jeden Fall die Creme, die deine Haut betäubt“, „Keine Angst, es wird nach ein paar Sessions weniger schmerzhaft“, „Danach wirst du dich gut fühlen“… und und und.
Vor der Session
Ich ging also mit recht schlotternden Knien zu diesem Termin. Und was soll ich sagen. Ja verflucht es tut weh. Haare, die mit Hilfe von heißem Wachs, mitsamt der Wurzel aus deinem Körper gerupft werden. Zum Teufel nochmal, es ist wirklich nicht gerade ein Spaziergang. Und das verrückte ist ja eigentlich, dass man dafür auch noch Geld bezahlt. Aber ich meistere es ohne Schmerzmittel oder betäubende Stoffe. Es war eigentlich fast wie beim Friseur (Ich quatschte mit meiner Beauty-Tante also ebenfalls über Gott und die Welt) nur eben mit mehr ziepen. Und ich muss zugeben, die Mädels hatten Recht! Es lohnt sich und ich kann es nur jedem empfehlen, das einmal auszuprobieren! Und stolz bin ich auch noch, dass ich das durchgezogen habe. Wieder eine neue Erfahrung für mich. Mal eine der etwas anderen Art, aber durchaus nennenswert. Und eins sei gewiss, ich werde es wieder tun. Danke Mädels für das gute Zureden.